CBGD, auch Cannabizetol oder CBG-Dimer genannt, ist ein erst kürzlich beschriebenes, seltenes dimeres Cannabinoid aus Cannabis sativa. Wissenschaftler konnten CBGD erstmals aus Cannabisextrakten isolieren und seine Struktur mithilfe eines synthetisch hergestellten Referenzstandards eindeutig bestätigen. Damit gehört Cannabizetol zu einer äußerst seltenen Gruppe natürlich vorkommender, methylenverbrückter Cannabinoid-Dimere.
🧬 Struktur & Besonderheit
Im Gegensatz zu klassischen Cannabinoiden besteht CBGD nicht aus einer einzelnen CBG-Einheit. Das Molekül besteht aus zwei CBG-Einheiten, die über eine Kohlenstoff-Methylenbrücke (–CH₂–) miteinander verbunden sind.
Diese besondere Struktur macht CBGD zu einem sogenannten dimeren Cannabinoid. Nach der aktuellen Forschung ist es erst das dritte bekannte natürliche Cannabinoid dieser seltenen Klasse methylenverbrückter Dimere.
Kurz erklärt:
CBG + CBG → CBG-Dimer (CBGD)
Der Name Cannabizetol wurde von den Forschern in Anlehnung an Zethus, den Zwillingsbruder von Amphion aus der griechischen Mythologie, gewählt – passend zur „Doppelstruktur“ des Moleküls.
🔬 Was sagt die Forschung?
Die bisher wichtigste Untersuchung zu CBGD wurde 2025 im Journal of Natural Products veröffentlicht. Dabei wurde Cannabizetol sowohl synthetisch hergestellt als auch anschließend in Extrakten von Cannabis sativa nachgewiesen und isoliert.
Besonders interessant sind die ersten Untersuchungen zu seinen antioxidativen und hautbezogenen entzündungshemmenden Eigenschaften.
🛡️ Antioxidatives Potenzial
In den ersten Laboruntersuchungen zeigte CBGD eine ausgeprägte antioxidative Aktivität. Damit gehört es zu denjenigen neu entdeckten Cannabinoiden, die aufgrund ihrer molekularen Eigenschaften für die weitere Forschung im Bereich Haut und Kosmetik interessant sind.
🌿 Haut & Entzündungsprozesse
Besonders auffällig war die Aktivität von CBGD in Untersuchungen mit menschlichen Keratinozyten.
Dabei untersuchten die Forscher unter anderem die NF-κB-Signalübertragung und die Freisetzung des entzündungsbezogenen Botenstoffs IL-8.
CBGD hemmte die TNF-α-induzierte NF-κB-Aktivität konzentrationsabhängig. Die ermittelte IC₅₀ lag bei etwa 4,95 µM. Zum Vergleich zeigte das verwandte Cannabinoid-Dimer CBDD eine deutlich höhere IC₅₀ von etwa 19,8 µM.
Darüber hinaus beeinflusste CBGD in den Untersuchungen zahlreiche Gene, die mit entzündlichen Prozessen in Hautzellen verbunden sind. Die Wirkung war dabei teilweise deutlich stärker als die des Ausgangscannabinoids CBG.
🔎 CBGD vs. CBG vs. CBDD
| Cannabinoid | Struktur | Besonderheit |
|---|---|---|
| CBG | Einzelnes Cannabinoid | Ausgangsstruktur |
| CBGD / Cannabizetol | Zwei CBG-Einheiten + Methylenbrücke | Seltenes CBG-Dimer |
| CBDD / Cannabitwinol | Zwei CBD-Einheiten + Methylenbrücke | Verwandtes Cannabinoid-Dimer |
Interessant ist insbesondere der Vergleich zwischen CBGD und CBDD: In den untersuchten Hautzellmodellen zeigte CBGD eine deutlich stärkere Hemmung bestimmter entzündungsbezogener Prozesse als CBDD.
🧪 Ein Cannabinoid am Anfang seiner Forschung
CBGD ist noch kein etabliertes oder umfassend erforschtes Cannabinoid. Die bisherigen Erkenntnisse stammen überwiegend aus chemischen Analysen und in-vitro-Laboruntersuchungen.
Das bedeutet: Die bisher beobachteten antioxidativen und entzündungsbezogenen Effekte sind wissenschaftlich interessant, lassen sich aber nicht automatisch auf eine Wirkung beim Menschen übertragen.
Insbesondere fehlen derzeit umfangreiche klinische Untersuchungen zu:
- Aufnahme und Verstoffwechselung beim Menschen
- Dosierung
- Langzeitsicherheit
- möglichen Wechselwirkungen
- Wirkung bei äußerlicher oder innerlicher Anwendung
- tatsächlicher Wirksamkeit bei Hauterkrankungen
💡 Warum ist CBGD interessant?
CBGD zeigt, wie vielfältig das Cannabinoid-Spektrum von Cannabis sativa tatsächlich ist. Während Cannabinoide wie CBD und CBG bereits intensiv untersucht werden, rücken zunehmend seltene Minor-Cannabinoide und deren ungewöhnliche Strukturen in den Fokus der Forschung.
Die Kombination aus seltener Dimerstruktur, antioxidativem Potenzial und den ersten auffälligen Ergebnissen in Hautzellmodellen macht Cannabizetol zu einem besonders interessanten Kandidaten für die weitere Forschung – insbesondere im Bereich Dermatokosmetik und Hautpflege.
⚠️ Wissenschaftlicher Hinweis
CBGD/Cannabizetol befindet sich noch in einem frühen Forschungsstadium. Die beschriebenen Eigenschaften stammen aus ersten wissenschaftlichen Untersuchungen und stellen keinen Nachweis einer medizinischen Wirksamkeit beim Menschen dar.
CBGD ist nicht als Arzneimittel zur Behandlung oder Heilung von Krankheiten etabliert. Aussagen zu konkreten therapeutischen Wirkungen sollten daher nicht aus den bisherigen Laborergebnissen abgeleitet werden.
Forschungsstand: ⭐ Frühes Stadium
Struktur: CBG-Dimer
Natürlich vorkommend: Ja, in Cannabisextrakten nachgewiesen
Besonderheit: Methylenverbrücktes Cannabinoid-Dimer
Forschungsinteresse: Antioxidative Eigenschaften & Hautentzündungsprozesse
Die entscheidende neue wissenschaftliche Quelle ist die 2025 veröffentlichte Originalarbeit im Journal of Natural Products. KI generiert.


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